E-Kongress: Bonner Erklärung zur Digitalisierung

Veröffentlicht am 29.09.2017 09:42 von Redaktion

Hits: 34

Das Megathema Digitalisierung und die Qualifizierung von Mitarbeitern in der digitalen Welt waren die Schwerpunkte des E-Kongresses, den der ZVEH am 15. und 16. September in Bonn veranstaltete.

Zu dem Event kamen rund 100 Obermeister aus ganz Deutschland zusammen. Mit der zweiten Ausgabe des E-Kongresses knüpfte der Verband erfolgreich an die Premierenveranstaltung in Stralsund (2015) an, die damals den bis dahin traditionellen Obermeistertag ablöste.

Die Diskussionen mit Vertretern aus Industrie, Großhandel und Wissenschaft mündeten in der „Bonner Erklärung“ der E-Handwerke. Darin werden die große Bedeutung der Digitalisierung und die Rolle der E-Branche im Rahmen dieser Entwicklung hervorgehoben.

ZVEH-Präsident Lothar Hellmann sprach beim E-Kongress über die Rolle der E-Branche in Zeiten der Digitalisierung. Bild: Christoph Bünten

ZVEH-Präsident Lothar Hellmann sprach beim E-Kongress über die Rolle der E-Branche in Zeiten der Digitalisierung. Bild: Christoph Bünten

Zentrale Punkte der Bonner Erklärung
Fünf Aspekte rückt die Erklärung in den Fokus: „Wertschöpfungsketten“, „Neue Services“, „Kooperation und Eigenständigkeit“, „Qualifizierung“ und „Markenpolitik“. ZVEH-Präsident Lothar Hellmann fasste den Inhalt wie folgt zusammen: „Zunehmend kristallisiert sich heraus, dass es immer weniger darum geht, den Kunden Produkte im herkömmlichen Sinn anzubieten. Vielmehr rückt die perfekte Dienstleistung in den Fokus.“ Wer in dem sich stetig wandelnden Umfeld erfolgreich bleiben wolle, müsse somit seinen Service optimieren. Dies bekräftigte auch Dr. Jens-Uwe Meyer (Innolytics), der als Gastreferent hervorhob, dass der „digitalisierte Kunde“ zunehmend höhere Ansprüche an seine Dienstleister stellt.

„Für die gesamte E-Branche ist es daher besonders wichtig, weitreichenden Zugang zu modernen Technologien, Daten und Software zu erhalten, um passgenaue Service-Modelle entwickeln zu können“, so Hellmann weiter. Die E-Handwerke ständen vor der Herausforderung, die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Industrie und Großhandel weiterzuentwickeln und an die neuen Anforderungen anzupassen. Für alle sei es essentiell, ihre jeweiligen Stärken in den Wertschöpfungsketten auszubauen, ohne dabei in die Kernkompetenzen der Mitstreiter einzugreifen. Der ZVEH-Präsident sagte: „Für die E-Handwerksunternehmen ist es elementar, die Freiheit bei der Wahl der Produkte und im Rahmen ihrer Kalkulation zu behalten. Vor allem aber müssen sie ihre Selbstständigkeit sowie den direkten Kundenkontakt wahren und dürfen sich nicht in die Rolle des Subunternehmers drängen lassen.“ Von der Sichtbarkeit der E-Handwerksbetriebe im Markt würden wie bisher die Verbraucher profitieren – und nicht zuletzt auch die Partner.

Dialog mit Industrie und Großhandel
Mit Industrie und Großhandel steht die elektrohandwerkliche Organisation kontinuierlich in Kontakt, um gemeinsam die künftigen Schritte abzustimmen. Hans-Georg Krabbe (Vorstandsvorsitzender ABB Deutschland) begrüßte den konstruktiven Dialog mit den E-Handwerken. Die Digitalisierung biete der E-Branche die größten Chancen seit der Elektrifizierung. Diese müsse man gemeinsam nutzen.

Dafür sollte auch ein besonderes Augenmerk auf die Qualifizierung der Fachkräfte gelegt werden, wie Dr. Christian Welzbacher (Leiter des Heinz-Piest-Instituts) betonte. Insbesondere die Ausbildungsinhalte müssen den neuen digitalen Aufgabengebieten der E-Handwerke gerecht werden. In einem Pilotprojekt des ZVEH in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sei auch festgestellt worden, dass sich zudem die Ausbildungsformen wandeln müssen und auch das Profil der Ausbilder neue Qualifikationen erfordert. Weitere Ergebnisse des Projekts würden in den nächsten Wochen präsentiert.

Agenda Digitalisierung
Ergänzend stellte ZVEH-Vizepräsident Christoph Hansen die „Agenda zur Digitalisierung im E-Handwerk“ vor, deren Inhalte als Basis für die Erklärung dienten. In Podiumsdiskussionen wurden abschließend zahlreiche Facetten der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die E-Branche diskutiert. Neben Meyer, Krabbe und Welzbacher nahmen daran auch Holger Heckle (VEG), Adalbert Neumann (Busch-Jaeger), Karlheinz Reitze (Viessmann) und Thorsten Janßen (BFE Oldenburg) teil. Sie stimmten unter anderem darin überein, dass die zunehmend von den Kunden nachgefragten Beratungen bepreist werden müssten, um im Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Individuelle Beratung vor Ort sei vor allem ein großer Trumpf im Verhältnis zu großen Wettbewerbern wie Amazon oder Google, die diesen Service aufgrund ihrer Strukturen nicht leisten könnten.

Neben den branchenweiten Gesprächen standen auch verbandsinterne Themen auf der Tagesordnung. ZVEH-Vizepräsident Hans Auracher, gleichzeitig Vorsitzender der ArGe Medien im ZVEH, sprach über die Herausforderungen bei der Weiterentwicklung des E-Markenkonzepts. Die Vorschläge wurden von den Obermeistern vor Ort intensiv diskutiert. Außerdem berichtete Dietmar Borchers (Elektroinnung Chemnitz) über ein Projekt der Handwerkskammer Chemnitz, bei dem es um die finanzielle Förderung der Innungsarbeit ging. Anschließend stand der gesamte ZVEH-Vorstand den Obermeistern Rede und Antwort zu diesen und weiteren Aspekten.

Fazit: Leitplanken für die Zukunft
Hellmann resümierte: „Der konstruktive Austausch bei den internen Themen, aber auch mit unseren Partnern, hat gezeigt, welch große Bedeutung der E-Kongress schon mit seiner zweiten Ausgabe gewonnen hat. Wir sind zuversichtlich, die vor uns liegenden Aufgaben gemeinsam erfolgreich zu meistern und die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können.“ Ziel sei es zudem, aus dem Kreis der Industrie- und Großhandelspartner weitere Unterstützung für die Bonner Erklärung zu erhalten. „Bei den wichtigen Weichenstellungen der Zukunft müssen wir an einem Strang ziehen. Die Agenda Digitalisierung, die nicht statisch ist und von uns kontinuierlich weiterentwickelt wird, setzt zusammen mit der Bonner Erklärung die Leitplanken für das Agieren der gesamten E-Branche.“

Zum Download:
» Bonner Erklärung
» Agenda zur Digitalisierung im E-Handwerk

Kontakt:

Fachverband Elektro-und Informationstechnische Handwerke Nordrhein-Westfalen (FEH NRW)
Landesinnungsverband
Präsident: Dipl.-Ing. Lothar Hellmann
Hauptgeschäftsführer: Dipl.-Ing. Dieter Wiermann

GFEH-Gesellschaft zur Förderung der Elektro-Handwerke
in Nordrhein-Westfalen mbH
Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Dieter Wiermann

Gemeinsame Adresse:
Postfach 11 03 85 – 44058 Dortmund
Hannöversche Str. 22 – 44143 Dortmund
Telefon: (02 31) 5 19 85-0
Telefax: (02 31) 5 19 85-44
E_Mail: » info(at)feh-nrw.de
URL:     » https://www.feh-nrw.de

Print Friendly, PDF & Email

Redaktion

Redaktion NH-Nachrichten
----------------------
müller:kommunikation
Stefan Müller
Am Bertholdshof 87
44143 Dortmund
Tel.: 0231/2238234-0
Fax: 0231/2238234-1
Mail: info@muellerkom.de
www.muellerkom.de





Diese Website speichert einige Nutzungsdaten. Ihre IP-Adresse wird standardmäßig anonymisiert. Die Daten werden verwendet, um die Nutzungdfreundlichkeit zu erhöhen und Ihren Standort auf unserer Website gemäß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung auszuwerten. Wenn Sie sich gegen ein zukünftiges Tracking entscheiden, wird in Ihrem Browser ein Cookie eingerichtet, der diese Auswahl für ein Jahr speichert. Ich stimme zu, Ich lehne ab.
904