Handwerk begrüßt Kurs der neuen Landesregierung

Veröffentlicht am 01.01.2018 09:16 von Redaktion

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Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund ©Andreas Buck / HWK Dortmund

Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund
©Andreas Buck / HWK Dortmund

Das Konjunkturhoch im Handwerk hat sich weiter verfestigt. „Bei den meisten unserer Unternehmen herrscht gute Stimmung zum Jahreswechsel“, sagt Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund. Ganze 92 Prozent der Unternehmen seien mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Noch mehr (94 Prozent) würden erwarten, dass sich der positive Trend fortsetze. „Damit haben wir die Rekordwerte aus dem Vorjahr noch einmal übertroffen.“

Zuwächse gebe es auch bei der Ausbildung. Insgesamt 3.721 neue Lehrverträge seien bis Ende November kammerbezirksweit geschlossen worden (+ 1,67 Prozent im Vgl. zum Vorjahreszeitpunkt). Besonders positiv bewertet der Kammer-Präsident den Anstieg bei den betrieblichen Lehrverträgen (insgesamt 3.543 / +4,92 Prozent).

Zur Arbeit der neuen Landesregierung sagt er: „Das Handwerk hat im Vorfeld der Landtagswahlen seine Forderungen klar formuliert. Einige davon sind schon auf den Weg gebracht worden.“ Dazu zähle das jüngste Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau, das unter anderem die Abschaffung der umstrittenen „Hygiene-Ampel“ vorsehe.

Entlastungen für Handwerksbetriebe sieht Schröder durch die erneute Reform des Mängelgewährleistungsrechts, das Anfang 2018 in Kraft tritt. Dann erhalten Handwerker vom Händler die Arbeitskosten erstattet, die ihnen durch den Einbau fehlerhaften Materials entstehen. Bisher musste der Handwerker selbst die Aus- und Einbaukosten für mangelhafte Baustoffe tragen. Schröder: „Damit wird eine gefährliche Haftungsfalle für Handwerker beseitigt.“

In der kommenden Legislaturperiode erwarte man vor allem die Umsetzung der Maßnahmen, die fraktionsübergreifend in der Enquete-Kommission zum Thema „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW“ erarbeitet wurden. Während ihrer zweijährigen Arbeit hatte die Kommission 171 Handlungsempfehlungen entwickelt, darunter wichtige Maßnahmen zur Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung, zur Digitalisierung, zum Bürokratieabbau sowie zu Infrastrukturfragen. Im März dieses Jahres wurde der Abschlussbericht vorgelegt. „Die Arbeit der Kommission ist ein Meilenstein für das Handwerk. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die guten Ansätze nicht verpuffen“, so Schröder.

Viel Verunsicherung herrsche indes noch beim Thema Dieselfahrverbote. Der Präsident: „Wir bleiben dabei: Pauschale Fahrverbote lehnen wir ab. Die meisten unserer Handwerker sind zur Dienstleistungserbringung auf ihre Fahrzeuge angewiesen. Ein Fahrverbot würde ihre Existenz bedrohen.“

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