Große Fragezeichen beim Dieselkompromiss

Veröffentlicht am 09.10.2018 14:02 von Redaktion

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Pressemitteilung

Dortmund und Lünen, 09.10.2018

 

Bilanz eine Woche nach dem Dieselgipfel: Handwerk in Dortmund und Lünen sieht keine greifbaren Ergebnisse für die Region.

 

Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger

Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger

Auch eine Woche nach dem Berliner Dieselgipfel sind aus Sicht des Dortmunder und Lüner Handwerks noch zu viele Fragen offen. „Der erhoffte Schlussstrich unter dem Hin und Her beim Diesel ist aus unserer Sicht leider ausgeblieben“, zieht Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger die ernüchternde Bilanz. „Wir hatten uns für die Handwerksbetriebe eine klare Linie versprochen. Jetzt gibt es mehr Unsicherheit als vorher.“ Vor allem von der Möglichkeit der Hardware-Nachrüstung sei das Handwerk immer überzeugt gewesen, so Sprenger. Man habe deshalb die Entscheidung vor einer Woche sehr begrüßt. „Viele Unternehmen haben junge Euro-5-Diesel, die erst vor wenigen Jahren angeschafft wurden. Dafür ist eine Nachrüstung ideal, denn solche Nutzfahrzeuge und Transporter sind erhebliche Investitionen, die für die Betriebe auch mit einer entsprechend langen Nutzungsdauer verbunden sind“, erklärt der Kreishandwerksmeister. Darüber hinaus hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eine staatliche Förderung der Nachrüstung von Lieferfahrzeugen für Handwerker mit bis zu 80 Prozent in Aussicht gestellt. Jetzt aber sei – nachdem einige Hersteller einen Rückzieher bei der Kostenübernahme gemacht hätten – offensichtlich die gesamte Frage der Finanzierung wieder offen.

 Hohe Verluste beim Wechsel

Dass es bei Handwerksbetrieben, wie Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Pressekonferenz zum Dieselkompromiss vermutet hatte,  zu einer hohen Wechselrate der Fahrzeuge angesichts attraktiver Angebote der Hersteller kommen werde, bezweifelt der Kreishandwerksmeister. „Die Verluste sind einfach zu hoch. Sie bekommen für ihren vermeintlich alten Sprinter oder Crafter bei dem Überangebot am Markt ja kein Geld mehr“, erklärt Sprenger und verweist auf die Probleme im Kraftfahrzeuggewerbe. „Die Höfe der Autohäuser sind voller Euro-5-Diesel, die ohne Nachrüstung quasi unverkäuflich sind. Denn die müssen vor einem Verkauf erst umgerüstet werden. Das ist für das Kraftfahrzeug-Handwerk ein großes Problem. Und durch die Prämienmodelle der Hersteller verschärft es sich nur noch mehr.“

 Verwirrung an den Stadtgrenzen

Völlig unbefriedigend ist für Christian Sprenger die Beschränkung der Umrüstmaßnahmen auf 14 Städte. „Wir freuen uns natürlich, das Dortmund und Lünen nicht wie Bochum zu den Städten mit der höchsten Belastung gehören, aber rein praktisch wirft das Probleme in der Region auf“, so Sprenger. „Es gibt bei uns in Dortmund und Lünen auch Handwerker, die Kunden in Bochum haben. Sollen die künftig mit ihren Kombis oder Kleintransportern aus Bochum rausbleiben oder Aufträge ablehnen? Sollen sie als Externe ihre Fahrzeuge auf eigene Kosten umrüsten lassen? Da droht eine Wettbewerbsverzerrung“, so der Kreishandwerksmeister. Offensichtlich seien die Pläne am Reißbrett entstanden und hätten wenig mit der Praxis zu tun.

Lösungen dringend erforderlich

„Wir hoffen und erwarten, dass es in den nächsten Tagen noch zu machbaren Vorschlägen und Lösungen kommt, um die im Kompromiss vereinbarten Maßnahmen umzusetzen“, so der Kreishandwerksmeister angesichts der noch offenen Fragen. „Insbesondere erwarten wir finanzielle Zusagen von den eigentlichen Verursachern, den Automobilherstellern. Für uns im Handwerk wäre es gut, wenn wir schnell eine Nachrüstförderung für Nutzfahrzeuge zwischen 2,8 und 7,5 Tonnen sowie für Kombis und Kleintransporter bekämen mit einer 80-prozentigen Förderung vom Bund und das nicht nur in 14 hochbelasteten Städten sondern in allen 65 Städten mit Grenzwertüberschreitungen und angrenzenden Gebieten. Dann könnte auch die Region Dortmund und Lünen nachhaltig davon profitieren.“

 

Kontakt und Nachfragen:
Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Hauptgeschäftsführer Ass. Joachim Susewind
Lange Reihe 62 | 44143 Dortmund
Tel: 0231 5177-112 | Fax: 0231 5177-196
www.handwerk-dortmund.de

 

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