Vom Geflüchteten zur Fachkraft

Veröffentlicht am 12.12.2018 13:45 von Redaktion

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Wenn Motivation und Engagement zusammenkommen kann es klappen!

 

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion und Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (Foto: Michael Schneider/ Jobcenter Do)

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion und Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (Foto: Michael Schneider/ Jobcenter Do)

Dortmund– In Deutschland ist seit einiger Zeit immer wieder die Rede vom sogenannten Fachkräftemangel. Insbesondere ist aus den Reihen des Handwerks zu hören, dass junge Leute immer seltener Ausbildungsberufe wie Bäcker, Dachdecker oder Reinigungsfachkräfte ergreifen. Auf der anderen Seite gibt es beispielsweise in Dortmund rund 5.700 Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und nach dem Spracherwerb versuchen, beruflich Fuß zu fassen.

„Wir wollen unter anderem mit dieser Veranstaltung erreichen, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Viele junge Menschen wollen heute nach dem Abitur lieber studieren und keine Ausbildung im Handwerk beginnen. Dabei sind die Verdienstmöglichkeiten in den insgesamt 111 Ausbildungsberufen im Handwerk durchaus attraktiv“, erklärt Joachim Susewind, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen.

Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ organisiert in Kooperation mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer, gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium, gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und dem Bildungskreis Handwerk Dortmund und Lünen, dem Multikulturellen Forum und dem Jobcenter Dortmund ein Veranstaltungsformat, das zwei wichtige Punkte miteinander vereint: Einerseits sollen Arbeitgeber von den positiven Erfahrungen anderer Handwerksbetriebe bei der Einstellung von Flüchtlingen profitieren und Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Fördermöglichkeiten erhalten. Andererseits können interessierte Unternehmen bei einem „Job-Speed-Dating“ in einen direkten Austausch mit 20 anwesenden Geflüchteten einsteigen.

„Menschen mit Fluchtbiographie erleben wir überwiegend als ausgesprochen motiviert und engagiert, eine berufliche Tätigkeit aufnehmen zu wollen. Nach einer vorangegangenen sprachlichen Qualifikation, wollen wir die überwiegend jungen Menschen fundiert qualifizieren, damit sie nachhaltig ihren Platz am Arbeitsmarkt finden. Sie besitzen sie ein großes Potential für den Fachkräftebedarf im Handwerk“, erklärt der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

 

Zunächst gab es eine Podiumsdiskussion mit dem Kreishandwerksmeister Christian Sprenger, den heimischen Handwerksmeistern Kai-Gerhard Kullik, Ulrich John und Alexander Schwanitz. Sie berichteten von ihren positiven Erfahrungen. Durchweg lobten sie die hohe Einsatz- und Lernbereitschaft ihrer heutigen Azubis. Allerdings wurde auch deutlich, dass bei Eintritt in die Ausbildung das Sprachniveaus häufig noch ausbaufähig war. In den jeweiligen Betrieben war man sehr engagiert und brachte in Kooperation mit dem Bildungskreis Handwerk e.V. weitere Qualifizierungen auf den Weg. „Der Bildungskreis Handwerk e.V. ist gegenwärtig der einzige zertifizierte Träger für Sprachqualifizierungen im gewerblich-technischen Bereich, der durch das BAMF anerkannt wird. Insbesondere im Hinblick auf die Abschlussprüfungen in der Berufsschule ist es wichtig, hier flankierend zu unterstützen“, erklärt der Geschäftsführer des Bildungskreises Handwerk e.V. Volker Walters.

An verschiedenen Ständen konnten die rund 30 eingeladenen Handwerksbetriebe sich zu Fördermöglichkeiten und zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von geflüchteten Menschen durch das Jobcenter Dortmund, das Multikulturelle Forum und die Handwerkskammer beraten lassen.

Im November 2018 verzeichnete das Jobcenter Dortmund einen Bestand von rund 5.700 arbeitssuchenden Menschen mit Fluchthintergrund. Darunter waren 519 ausgebildete Fachkräfte und 274 Menschen mit akademischem Bildungsniveaus. Im Verlauf des vergangenen Jahres nahmen 1.256 Geflüchtete eine Beschäftigung auf, 242 eine Ausbildung. Tendenz steigend.

 

Kontakt:

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Südwall 5-9
44137 Dortmund
Tel.: 0231 – 842 – 1341
Telefax: 0231 – 842 – 1887
E-Mail: Jobcenter-Dortmund.presse@jobcenter-ge.de

 

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