Westfälischer Fliesentag: Gute Stimmung wegen Meistervorbehalt und Baukonjunktur

Veröffentlicht am 21.02.2019 11:34 von Redaktion

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Düsseldorf/ Dortmund. Doppelter Optimismus prägte den 18. Westfälischen Fliesentag: Zuversicht über die Wieder-Einstufung des Berufs Fliesen-, Platten- und Mosaikleger als Meisterberuf des Handwerks und Zuversicht über die Baukonjunktur in den nächsten Jahren. Sie werde der Branche weiterhin viel Arbeit „bescheren“. Für mehr Diskussionsstoff unter den 120 Teilnehmern sorgte dagegen das Thema Dichtbänder und Dichtecken sowie die notwendigen Abstimmungen mit den anderen Gewerken, um Bauvorhaben langfristig wasserdicht zu bekommen.
Die vom Bundesrat wenige Tage zuvor befürwortete Rückkehr zur Meisterprüfung als Marktzugangsberechtigung sprach als Erster der Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands Westfalen, Hermann Schulte-Hiltrop, an. Ganz besonders gegen diese Fehlentscheidung der Politik aus dem Jahr 2004 hätten Michael Bär und Andreas Telaar mit ihren Online-Unterschriftensammlungen angekämpft. Dafür wurden sie mit der Silbernen Ehrennadel des Verbands ausgezeichnet. Aber auch viele andere Fliesenleger hätten wie Bär und Telaar bei dieser Frage ihre „Sturheit und Hartnäckigkeit“ unter Beweis gestellt. Dem Bundesrat wurde nun als Anerkennung für seine Entscheidung 120fach die Grüne Karte gezeigt.
Dem bisherigen und langjährigen Vorsitzenden der westfälischen Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein, Heinz Masjosthusmann, übergab Schulte-Hiltrop die Silberne Ehrennadel des Fachverbands Fliesen und Naturstein im ZDB. Masjosthusmann hatte sein Amt an der Sputze der Fachgruppe Ende 2018 an Telaar übergeben.
Bei seinem Blick auf die Konjunkturaussichten verwies der Hauptgeschäftsführer darauf, dass die Bevölkerung weiter zunehme und es zudem einen immensen Bedarf bei der Modernisierung von Bestandswohnungen gebe.
Das vom Auftraggeber oder dem Gesetzgeber gewünschte „Bau-Soll“ stimmt im Alltag nicht immer mit dem „Bau-Ist“ überein, nahmen die Fachanwälte Christoph Stähler und Ari-Daniel Schmitz zum Ausgangspunkt ihres Referats. Ob in solchen Fällen tatsächlich ein Mangel vorliegt, müssten häufig Sachverständige oder Richter entscheiden. Wenn es in einem solchen Fall keine Festlegungen über die Verwendung eines bestimmten Hersteller-Systems oder Produkts gibt, müsse der Vertrag nach den „berechtigten Erwartungen des Auftraggebers“ und auch nach den anerkannten allgemeinen Regeln der Technik hin untersucht werden. Fordert jedoch der Bauherr dazu auf, das Hersteller-System zu verlassen, seien eine Bedenkenanmeldung und deren gute Dokumentation notwendig. Im Zweifel sollten die Fliesenleger allerdings innerhalb der Hersteller-Systeme bleiben, um keinen Mangel heraufzubeschwören, rieten die Juristen.
Der Begriff Hersteller-System spielte auch bei den Vorträgen von Mario Sommer und Burkhard Wieczorek eine große Rolle. Der Industrievertreter und der Sachverständige bezogen sich dabei auf Abdichtungen von Wänden und Böden in Sanitärräumen, Großküchen und vergleichbaren Orten. Die neue Norm habe hier viele Neuerungen gebracht. Ob bei größeren Flächen, bei Ecken oder bei Anschlüssen etwa der Sanitärinstallation – immer sei große Sorgfalt erforderlich, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Von den Herstellern gebe es nicht nur sehr unterschiedliche Abdichtungsmaterialien, sondern auch viel Zubehör. Unabdingbar nannten Wieczorek und Sommer eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Handwerker, vor allem mit den Sanitärinstallateuren. Man müsse sich nur vor Augen halten, dass im Jahr etwa 800 Liter Regen auf ein Quadratmeter Dach fallen, dessen Dichtheit aber einen hohen Stellenwert habe, jedoch in einer Dusche mehr als 20.000 Liter Wasser verwendet würden pro Quadratmeter. Von den Teilnehmern des Fliesentags wurde allerdings kritisch angemerkt, dass die von der Industrie häufig postulierte Systemtreue im Baustellenalltag kaum durchzuhalten ist, weil jeder Hersteller der unterschiedlichen Produkte und Bauteile sein jeweiliges System propagiere.
Der Fachgruppenvorsitzende Telaar und Tim Welberg, 2016 Europameister bei den Fliesenlegern und derzeit Co-Trainer im Nationalteam, kündigten an, im Laufe des Jahres ein Leistungszentrum für besonders gute Auszubildende anzubieten. Dort sollten ganz speziell Schnitttechniken erläutert und geübt werden, um auf diesem Gebiet das praktische Können zu verbessern.
Zum Thema Ausbildung steuerte der Marketingexperte Werner Altmayer als Ergebnis einer aktuellen Befragung bei, dass nur noch jeder zweite Fliesen- und Plattenleger Lehrlinge beschäftige. Einen Internetauftritt hätten immerhin acht von zehn Branchenbetrieben. Eine 3-D-Planung nutze dagegen nur jeder Dritte, obwohl dies gerade Privatkunden sehr bei der Veranschaulichung von Projekten helfe. Altmayer rief dazu auf, die Bandbreite der angebotenen Produkte zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Handel und Verlegebetrieben zu verstärken. „Die Schar Ihrer Mitbewerber wird immer größer – bis hin zu Tchibo, das Komplettsanierungen von Bädern anbietet“, warnte er.

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Das Baugewerbe stellt den bedeutendsten Handwerksbereich dar. Bei den zentralen wirtschaftlichen Kennziffern übertrifft es in NRW zudem die Bauindustrie sehr deutlich – bei Betriebs-, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen um den Faktor 3, bei den Auszubildenden um den Faktor 6.

 

 

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