Digitale Technologien gewinnen für den Arbeitsschutz in Betrieben an Bedeutung

  • Ausgabe 16/26
  • Datum 28. Mai 2026

Dortmund – Nahezu alle Betriebe in Deutschland nutzen etablierte digitale Technologien wie PCs, Laptops oder Smartphones. Bereits jeder dritte Betrieb setzt digitale Tools gezielt zur Unterstützung im Arbeitsschutz ein. Dazu zählen beispielsweise Anwendungen für Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen oder die Organisation von Arbeitsschutzmaßnahmen. Unterschiede zwischen kleinen, mittleren und großen Betrieben zeigen sich dabei kaum. Deutlich wird dies in den Auswertungen der vierten europäischen Unternehmensbefragung zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (ESENER-4), die im Auftrag der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) durchgeführt wurde. Weitere Ergebnisse der deutschen Stichprobe hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einem kompakten Bericht zusammengefasst.

Neben den Chancen, die digitale Technologien bieten, zeigen die Auswertungen, dass der Einsatz auch mit Belastungen für die Beschäftigten einhergeht. Zwischen 50 bis 65 Prozent der Beschäftigten sind Belastungen wie langem Sitzen, repetitiven Bewegungen oder Informationsüberlastung ausgesetzt. Allerdings gewinnt der Austausch über die Auswirkungen digitaler Technologien auf die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten zunehmend an Bedeutung.

Während 2019 noch jedes vierte Klein- und Kleinstunternehmen (KKU) das Thema mit den Beschäftigten besprochen hat, ist es inzwischen jedes dritte. Rund 32 Prozent der KKU thematisieren die gesundheitlichen Auswirkungen digitaler Technologien auf ihre Beschäftigten. Zudem spielen Schulungen eine wichtige Rolle: 40 Prozent aller Betriebe geben an, Schulungen zur Nutzung digitaler Tools anzubieten.

Die ESENER-Befragung der EU-OSHA erhebt seit 2009 regelmäßig den Stand von Sicherheit und Gesundheit in europäischen Betrieben (Befragungswellen 2009, 2014, 2019 und 2024). Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist als neu identifiziertes Risiko bereits in die Befragung 2019 aufgenommen worden. In der Befragung 2024 wurde erstmals gefragt, ob digitale Technologien auch zur Unterstützung von Aufgaben im Arbeitsschutz eingesetzt werden.

Der baua: Bericht kompakt „Digitalisierung und Arbeitsschutz in deutschen Betrieben. Ergebnisse der ESENER-4-Betriebsbefragung“ kann als PDF von der Internetseite der BAuA heruntergeladen werden: www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 750 Beschäftigte.

Quelle:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 9071-0
Telefax: +49 (0) 231 9071-2454
E-Mail: poststelle@baua.bund.de
Internet: www.baua.de
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